Executive Sparring für Führungskräfte: Was es ist und was es nicht ist
Es gibt eine Situation, die fast jede Führungskraft auf einem bestimmten Niveau kennt, auch wenn sie selten darüber spricht. Die Entscheidung ist bereits getroffen, aber noch nicht ausgesprochen. Das Umfeld gibt Signale, die sich widersprechen. Und die Menschen, die man fragen könnte, haben alle eine Agenda, die mit der eigenen verknüpft ist. In dieser Situation hilft kein Seminar und kein Coaching-Programm. Was hilft, ist jemand, der von außen denkt und von innen versteht.
Genau das ist Executive Sparring. Nicht als Begriff, den man sich ausgedacht hat, um sich abzuheben, sondern als Beschreibung dessen, was in diesen Gesprächen tatsächlich passiert.
Was Executive Sparring für Führungskräfte bedeutet
Der Begriff kommt aus dem Kampfsport. Im Sparring arbeitet man mit einem Partner, der stark genug ist, um einen herauszufordern, aber kein Gegner ist. Er will nicht gewinnen, er will, dass man besser wird. Das ist der Kern des Begriffs, und er trifft die Sache genauer als jedes andere Wort aus dem Coaching-Vokabular.
Ein Sparringspartner auf Führungsebene denkt mit Ihnen, nicht für Sie. Er stellt Fragen, die wehtun, wenn sie nötig sind. Er widerspricht, wenn er etwas sieht, das nicht stimmt. Er hat keine Agenda außer der, die Situation klar zu machen. Und er steht außerhalb Ihrer Verflechtungen, was bedeutet, dass er sagen kann, was Ihr Umfeld längst nicht mehr sagt.
Was Executive Sparring nicht ist
Executive Sparring ist kein Coaching im klassischen Sinn. Ein Coach begleitet einen Prozess, stellt offene Fragen und hält sich mit eigenen Einschätzungen zurück. Das hat seinen Platz, aber es ist nicht das, was eine Führungskraft braucht, die bereits weiß, was sie tun muss, und jemanden sucht, der das mit ihr durchdenkt.
Executive Sparring ist auch keine Beratung. Ein Berater liefert Analysen, Konzepte und Empfehlungen. Er arbeitet an der Sache, nicht an der Person. Wer einen Berater engagiert, bekommt ein Ergebnis. Wer einen Sparringspartner hat, bekommt Klarheit über das eigene Urteil, und das ist etwas anderes.
Und es ist kein Mentoring. Ein Mentor gibt Erfahrung weiter, aus einer Position, die er selbst durchlaufen hat. Das ist wertvoll, aber es setzt voraus, dass der Weg des Mentors dem eigenen ähnelt. Ein Sparringspartner muss diesen Weg nicht geteilt haben. Er muss verstehen, wie Entscheidungen unter Druck funktionieren, und er muss in der Lage sein, das auf Ihre Situation anzuwenden.
Wann Executive Sparring entscheidend wird
Es gibt Momente in der Führungsarbeit, in denen die Qualität der Entscheidung nicht von der Qualität der Informationen abhängt. Die Informationen sind vorhanden. Das Problem ist, dass man sie nicht mehr neutral lesen kann, weil man zu nah dran ist, weil zu viel daran hängt oder weil das Umfeld die eigene Wahrnehmung längst geprägt hat.
Das sind die Momente, in denen ein Sparringspartner den Unterschied macht. Er sieht von außen, was man von innen nicht mehr sehen kann, weil er keine Geschichte mit der Situation hat und keine Rücksicht auf das nehmen muss, was daran hängt. Im Personenschutz habe ich gelernt, dass die gefährlichsten Situationen nicht die sind, in denen man keine Informationen hat, sondern die, in denen man zu sicher ist, die richtigen zu haben. Dieses Prinzip gilt für Führungsentscheidungen genauso.
Was einen Sparringspartner qualifiziert
Die Frage, die Führungskräfte selten stellen, aber immer stellen sollten, lautet: Woher kommt die Fähigkeit dieses Menschen, unter echtem Druck klar zu denken? Nicht welche Zertifikate er hat, nicht welche Methoden er anwendet, sondern was er selbst erlebt hat, das ihn qualifiziert, mit jemandem auf diesem Niveau zu arbeiten.
Ich komme aus dem Personenschutz, nicht aus der Beratung. Über 30 Jahre habe ich in Umgebungen gearbeitet, in denen Fehler keine zweite Chance erlauben. Parallel dazu habe ich seit mehr als 45 Jahren Kampfkunst praktiziert und gelehrt. Beide Bereiche haben mir dasselbe beigebracht: Wer unter Druck klar bleiben will, muss das trainiert haben, bevor der Druck da ist. Diese Erfahrung bringe ich in die Arbeit mit Führungskräften ein, nicht als Anekdote, sondern als Grundlage für das, was in einem Gespräch auf diesem Niveau möglich ist.
Wie Executive Sparring in der Praxis aussieht
Es gibt kein Programm und keine Agenda, die ich mitbringe. Was es gibt, ist ein Gespräch, das dort beginnt, wo Sie gerade stehen. Meistens stellt sich heraus, dass die eigentliche Frage eine andere ist als die, mit der man ins Gespräch gegangen ist. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis davon, dass jemand von außen fragt, was man sich selbst nicht mehr fragt.
Mein Erstgespräch dauert drei bis vier Stunden. Es ist kein Vorgespräch und keine Präsentation, sondern bereits Arbeit. Am Ende wissen Sie, ob eine weitere Zusammenarbeit sinnvoll ist, und ich weiß es auch. Wenn nicht, sage ich das. Das Erstgespräch bei mir kostet 2.500 Euro und wird auf den ersten Monat angerechnet, wenn wir zusammenarbeiten.
Häufige Fragen zum Executive Sparring für Führungskräfte
Was ist der Unterschied zwischen Executive Sparring und Executive Coaching?
Executive Coaching begleitet einen Prozess und arbeitet mit offenen Fragen. Executive Sparring greift ein, widerspricht und stellt die eigene Einschätzung zur Verfügung, wenn es nötig ist. Wer Begleitung sucht, ist beim Coaching richtig. Wer jemanden sucht, der das sagt, was das eigene Umfeld nicht mehr sagt, ist beim Sparring richtig.
Für wen ist Executive Sparring geeignet?
Für Führungskräfte, die bereits auf einem Niveau arbeiten, auf dem ehrliche Rückmeldung selten geworden ist. Wer noch am Anfang seiner Führungslaufbahn steht, braucht zunächst Orientierung und Struktur. Wer bereits führt und merkt, dass er die Entscheidungen allein trägt, findet im Sparring das, was er sucht.
Wie oft findet Executive Sparring statt?
Das hängt von der Situation ab. Manche Gespräche finden monatlich statt, andere dann, wenn eine konkrete Situation es erfordert. Es gibt keine Mindestlaufzeit und kein Paket. Was es gibt, ist ein Gesprächspartner, der verfügbar ist, wenn er gebraucht wird.
Kann Executive Sparring auch remote stattfinden?
Das Erstgespräch findet immer persönlich statt. Folgegespräche können je nach Situation und Standort auch remote stattfinden. Die Qualität des Gesprächs hängt nicht vom Format ab, sondern davon, ob beide Seiten bereit sind, das anzusprechen, was wirklich ansteht.
Wenn Sie wissen wollen, ob Executive Sparring das ist, was Sie gerade brauchen, schreiben Sie mir. Weiterführende Artikel: Sparringspartner für Geschäftsführer | Executive Coach Köln | Wann brauche ich einen Executive Coach | Was kostet Executive Coaching.
Boris Cazin
Executive Coach und Sparringspartner für Unternehmer, Geschäftsführer und Führungskräfte. 30 Jahre Personenschutz auf höchstem Niveau. 45 Jahre Kampfkunst. Arbeitet deutschlandweit. Erstgespräch immer vor Ort.
